Wissenschaftler finden heraus: Kinder erhalten ihre Intelligenz nicht von ihren Vätern, sondern ihren Müttern


In der öffentlichen Diskussion zählt die Intelligenz ohne Zweifel zu den umstrittensten psychologischen Eigenschaften des Menschen. Sie wird in verschiedene Kategorien wie die emotionale oder alltägliche Intelligenz unterteilt, um zu versuchen, sie fassbarer zu machen. Wirklich definiert und messbar ist bislang jedoch nur die kognitive Intelligenz. Sie kann in Zahlen ausgedrückt werden, indem man die Testergebnisse von Aufgaben rund um schlussfolgerndes Denken, sprachliche und mathematische Fähigkeiten oder räumliches Vorstellungsvermögen analysiert.

Einzelne Tests unterscheiden sich zwar in ihrer Methodik, sollten grundsätzlich aber zu vergleichbaren Ergebnissen kommen. Diesen dabei erreichten Wert nennt man Intelligenzquotient (IQ). Der IQ gibt Anhaltspunkte dazu, wie intelligent eine Person im Vergleich zu gleichaltrigen Menschen ist. Zudem verfügen sie über eine kulturelle Prägung, weshalb der IQ immer nur auf eine bestimmte Volksgruppe angewandt werden kann. Ein IQ zwischen 90 und 109 gilt als durchschnittlich, während Werte ab 110 als hoch einzustufen sind und Intelligenzquotienten ab 130 sogar für eine Hochbegabung sprechen.

Die Intelligenz unter dem Einfluss der Geschlechter 

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Eine neue Studie belegt nun, dass Kinder ihre Intelligenz mütterlicherseits erben und nicht etwa von ihren Vätern. Die Studie untersuchte die genetische Struktur des Menschen und stellte fest, dass die Intelligenz durch das X-Chromosom vererbt wird. Noch dazu verfügt dieses Chromosom über 1.000 Gene und übt so großen Einfluss auf die eigenen Wahrnehmungsebenen aus.

Die beidergeschlechtliche Vererbung 

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Bis vor Kurzem waren Experten noch davon ausgegangen, dass die Intelligenz zu gleichen Teilen von beiden Eltern beeinflusst wird. Diese Erkenntnisse werden nun aber sowohl infrage gestellt als auch bestätigt. Viele Studien haben die Meinung gefestigt, dass die Genetik ein äußerst komplexes und vielfältiges Gebiet der Forschung ist. Daher müssen sämtliche Erkenntnisse von einem objektiven Standpunkt aus betrachtet werden.

So funktionieren X- und Y-Chromosome 

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Bei einem Chromosom handelt es sich um ein fadenförmiges Gebilde, das Proteine und Nukleinsäuren aufweist. Mit ihnen werden genetische Informationen gespeichert und ausgetauscht. Jede Zelle des Körpers weist mindestens ein Paar dieser Chromosomen auf. Sie geben an, worum es sich bei der Zelle handelt und welche Funktion sie erfüllt.

Aktive und inaktive genetische Merkmale 

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Während Männer über ein X- und ein Y-Chromosom verfügen, haben Frauen zwei X-Chromosome. Bestimmte genetische Merkmale sind so entweder aktiv oder inaktiv, dabei kommt es auf die genauen genetischen Eigenschaften eines jeden Menschen an. Während inaktive Gene die genetische Entwicklung nicht beeinflussen, tun dies die aktiven Gene.

Die Hierarchie der Genetik 

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In der Folge bedeutet dies, dass die väterlichen Gene inaktiv sind, sofern eine Eigenschaft durch ein genetisches Merkmal der Mutter bestimmt wird. Im Umkehrschluss heißt das aber auch, dass genetische Informationen mütterlicherseits das gleiche Schicksal widerfährt. Im Hinblick auf die kognitiven Fähigkeiten des Sprösslings ist es jedoch wahrscheinlicher, dass diese durch die weiblichen Informationen beeinflusst sind. Schließlich verfügen Frauen über zwei X-Chromosome, wohingegen Männer nur eines aufweisen.

Das Mäuse-Experiment 

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Des Weiteren vermutet man, dass die Intelligenz ein geschlechtsspezifisches Gen ausmacht und von der Mutter vorgegeben wird. Um diese Theorie genauer zu untersuchen, führten Forscher ein Experiment mit genetisch veränderten Mäusen durch. Ihre Folgerung aus diesem Versuch ergab, dass Versuchsobjekte, die mit weiblichen Chromosomen behandelt wurden, einen deutlich größeren Schädel und ein größeres Gehirn hatten. Gleichzeitig war ihr Körper bedeutend kleiner als der ihrer männlichen Gegenstücke, die dafür allerdings auch ein kleineres Gehirn vorwiesen.

Verschiedene Bereiche des Gehirns und mütterlicher Einfluss 

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In einem anderen Forschungsversuch stellten Forscher ein weiteres interessantes Kuriosum fest: Sie fanden sechs Bereiche des Gehirns, die ausschließlich entweder Gene des Vaters oder der Mutter enthalten. Schottische Wissenschaftler wiederum führten eine Studie mit 12.687 Menschen durch, die allesamt zwischen 14 und 22 Jahre alt waren. Sie wurden befragt und unter Berücksichtigung ihrer ethnischen Herkunft und ihrem Bildungshintergrund nach der Entwicklung ihrer Intelligenz beurteilt.

Die Bedeutung des mütterlichen IQ 

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Es gelang ihnen, durch dieses Experiment festzustellen, dass der IQ ihrer Mütter der wichtigste Faktor ist, wenn es um die Einstufung ihrer eigenen Intelligenz geht. Deshalb lässt sich schlussfolgern, dass Mütter den entscheidenden Einfluss auf die kognitiven Fähigkeiten ihres Kindes haben.

Aufwachsen und Ernährung 

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Das liegt jedoch nicht nur in der Genetik begründet. Wie das Kind aufwächst ist und wie es sich ernährt ist ebenfalls von größter Bedeutung für die Entwicklung seiner Intelligenz.

Der mütterliche Einfluss 

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Mütter nehmen eine umfassende Rolle in der kognitiven Entwicklung ihres Nachwuchses ein, weshalb auch deine Mutter sicher dafür gesorgt hat, dass dein Gehirn ein besonders mächtiges Werkzeug ist.