Die Launen deines Kindes mit einem Satz unterbrechen


Die sogenannte „Trotzphase" bei Kindern kann eine harte Prüfung für Deinen Erziehungsstil sein. Denn Kinder nutzen fast jede Gelegenheit aus, um ein Drama aufzuführen: Sie weinen, schreien, schlagen, treten und werfen sich auf den Boden. Diese Verhaltensweisen stellen die Eltern vor eine harte Geduldsprobe, doch in Wirklichkeit solltest Du wissen, dass dieser Lebensabschnitt für Kleinkinder unverzichtbar ist: Sie lernen laufen, sprechen und wollen ihren eigenen Willen durchsetzen – und im Gegenzug stellen die Eltern Regeln auf, es gibt immer mehr Verbote.

Die Folge sind nervenaufreibende Konflikte wegen Nichtigkeiten. Viele Eltern versuchen mit Bestrafungen, Vorwürfen oder Ignoranz das Problem zu lösen. Doch das ist falsch. Denn in den meisten Fällen erhöht sich die Wut und Dein Kind wird noch aggressiver. Eine renommierte Psychologin hat nun eine simple Lösung gefunden, wie Du nur mit einer Frage die Launen des Kindes unterbrechen kannst. Und die lautet:

„Hast Du ein großes, ein mittleres oder ein kleines Problem?"

Situation auflösen 

shutterstock

Das Ziel der Frage ist, das Dein Kind lernt, Probleme zu benennen, selbst Lösungen zu finden, um dann eigenständig handeln zu können. Anfangs ein mühsamer Weg, der viel Empathie und Konsequenz erfordert. Doch gerade in dieser Entwicklungsphase wird der Grundstein gelegt, dass Dein Kind später in der Gesellschaft gut zurechtkommt.

Bindungssicherheit geben 

shutterstock

In der Hochphase ist es völlig normal, dass Dein Kind pro Tag eine heftige Trotzreaktion hat. Doch gerade diese Zeit ist ein ganz wichtiger Lernprozess für das Kind und Eltern müssen den Kindern aufzeigen, wie man mit Wut umgeht. Dabei hilft vor allem die emotionale Kompetenz der Eltern, die Gefühle des Kindes zu deuten.

Geduld und Regeln 

shutterstock

Nimm die Trotzphase niemals persönlich, denn kleine Kinder können Wutanfälle nicht steuern. Diese Ausraster versetzen das Kind selbst in Angst und wenn Du Dich mitreißen lässt, förderst Du Angst, Trotz und Launenhaftigkeit. Sinnvoll sind vielmehr entwicklungsgerechte Grundregeln, die Dein Kind versteht.

Das Kind ernst nehmen 

shutterstock

Unterstütze Dein Kind dabei, altersgerechte Fähigkeiten zu erproben; nimm es ernst und geh auch mal Kompromisse ein - natürlich bevor Dein Kind ausflippt. Nur so wird das Kind selbstständiger und selbstbewusster. Zudem wird dem Kind bewusst, dass Probleme, Krisen und Konflikte zum Leben gehören und nicht negativ zu bewerten sind.

Wenn nötig „Nein“ sagen 

shutterstock

In gefährlichen Situationen solltest Du entschieden „Nein" sagen. Nachdem sich Dein Kind beruhigt hat, erkläre ihm, warum Du dich dagegen entschieden hast. Dann sucht gemeinsam nach realistischen Alternativen. Diese Vorgehensweise schafft Anerkennung, Kompetenz und Vertrauen.

Ablenkung schaffen 

shutterstock

Bei Trotzanfällen in der Öffentlichkeit solltest Du sofort mit einem Ablenkungsmanöver reagieren. Zum Beispiel: „Schau, wollen wir den riesigen Kran auf der Baustelle ansehen" oder „Hast Du Lust, mit dem Aufzug zu fahren?" Diese schnelle Reaktion verhindert, dass Du möglicherweise die Kontrolle verlierst.

Keine leere Drohungen 

shutterstock

Niemals Kinder mit den Worten drohen wie „Wer böse ist, den holt die Polizei" oder „Ich gebe Dich im Heim ab, wenn Du nicht hörst". Diese Äußerungen verängstigen und schwächen das Selbstvertrauen. Im schlimmsten Fall könnten die verbalen Äußerungen dauerhafte psychische Probleme bei den Kindern auslösen.

Gute Prophylaxe 

shutterstock

Oftmals ist Dein Kind einfach nur hungrig, durstig, müde oder es langweilt sich. Achte deshalb genau auf die aktuellen Bedürfnisse. Das heißt: Hab unterwegs immer gesundes Essen und Trinken dabei oder gib Deinem Kind kleine Aufgaben, wie zum Beispiel das Wiegen von Obst und Gemüse im Supermarkt. Außerdem helfen simple Spiele à la „Ich sehe was, was Du nicht siehst" oder Ähnliches.

Eine Basis schaffen 

shutterstock

Eltern und Erwachsene sind für Kinder Vorbilder. Deshalb sei respektvoll, authentisch, verlässlich und liebevoll zu Kindern. Nur so vermittelst Du Orientierung, Werte sowie Sicherheit und aus den Kindern werden langsam eigenständige und verantwortungsbewusste Menschen.

Starke Eltern – starke Kinder 

shutterstock

Jedes Kind ist anders, deshalb kann die Dauer des „oppositionellen Trotzalters" unterschiedlich sein. Doch die „Fragemethode" wird Dir helfen, dass Dein Kind zu einer emotional stabilen und selbstbewussten Persönlichkeit heranwächst.

Teile den Ratgeber mit anderen Eltern, sie werden Dir dankbar sein!