Darum solltest Du Deinen Kind keine Schlafmittel geben


Vor einiger Zeit tauchte eine Meldung in den Medien auf, die für Aufsehen sorgte. In der Nachricht, die unter anderem von der Deutschen Presse Agentur (dpa) aufgegriffen wurde, hieß es, dass immer mehr Eltern zu Schlafmitteln greifen würden, um Ihren Kindern das Schlafen zu vereinfachen. Dieser Trend nimmt immer weiter zu, wie das gemeinnützige Deutsche Arzneiprüfungsinstitut (DAPI) gezeigt hat. Laut zahlen des Instituts haben deutsche Ärzte im Jahr 2015 für Kinder bis zu einem Alter von drei Jahren etwa 18.700 Beruhigungs- und Schlafmittel verschrieben.

In dieser Statistik sind Mittel, die rezeptfrei erhältlich sind, nicht eingerechnet. Über Sie liegen keine genauen Verkaufszahlen vor. Wie hoch die Dunkelziffer ist, lässt sich also nicht genau feststellen. Dabei gibt es auch andere Mittel und Wege wie Du Deinem Kind zu einem besseren Schlaf verhelfen kannst. Wenn Du ebenfalls Nachwuchs hast und dieses Problem kennst, solltest Du auf jeden Fall Abstand davon nehmen, Medikamente zu verabreichen.

Bayerische Gesundheitsministerin ist besorgt 

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Wie die Studie gezeigt hat, hat die Zahl der verschriebenen Schlafmittel in den vergangenen Jahren kontinuierlich zugenommen. Die Bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) zeigte sich angesichts dieser Erkenntnisse besorgt. Sie sprach von einem gefährlichen Trend, der gestoppt werden müsse. Schließlich könnte die dauerhafte Einnahme der Medikamente auch schwerwiegende Langzeitfolgen für die Kinder haben.

Einnahme von Schlafmitteln kann schwere Folgen haben 

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Denn die Medikamente wirken sich unter anderem beruhigend auf die Atmung aus. Eine Folge kann das Abflachen der Atmung (Atemdepression) sein. Diese kann in extremen Fällen sogar so intensiv sein, dass die Atmung aussetzt. Ebenso kann die Einnahme der Medikamente zu Schäden an den Organen führen und Kinder psychisch abhängig machen.

Probleme haben oft kleine Ursachen 

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Bei Kindern reichen kleine Auslöser aus, damit ihnen der Schlaf geraubt wird: Es kann die Vorfreude auf ein Ereignis am folgenden Tag sein, die Verarbeitung der Erlebnisse an diesem Tag oder Einschlafprobleme, die regelmäßig wiederkehren. Doch nicht nur beim Einschlafen tauchen diese auf. Wenn Kinder in der Nacht regelmäßig aufwachen, ist das ebenfalls besorgniserregend.

Schlafstörungen bedeuten Stresssituationen für Eltern und Kinder 

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Denn die Situationen sind sowohl für Eltern als auch für die Betroffenen Kinder anstrengend. Die Kleinen sind aufgebracht und unruhig, was auch an den Eltern nicht spurlos vorbeigeht. Sie sind gestresst und fühlen sich in der Situation hilflos. Für viele Eltern scheint der Einsatz von Schlafmitteln der einzige Weg, mit diesem Problem umzugehen.

Eltern brauchen Ruhe und Erholung 

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Hermann-Josef Kahl vom Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte sieht in vielen Fällen die auf die Eltern wirkende Anstrengung als Auslöser, weshalb Eltern Schlafmittel verwenden. Sie haben oft einen stressigen Alltag, in dem sie die Familie und den Beruf in Einklang bringen müssen. Deswegen brauchen sie selbst Schlaf, um dem Körper eine Erholung zu gönnen.

Das sind die Alternativen 

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Deswegen rät der Experte: Bevor Du Deinem Kind ein Schlafmittel gibst, solltest Du andere Wege wählen. Wenn es stressige Zeiten erfordern, kannst Du Dein Kind zum Schlafen zu Freunden geben. Das nehmen Kinder meist nicht als negative Erfahrung wahr. Sie freuen sich darauf, bei einem Freund oder den Großeltern übernachten zu dürfen.

"Ausquartieren" beseitigt nicht die Ursache 

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Deswegen nehmen Kinder es nicht als negative Erfahrung wahr, wenn Sie bei Familienmitgliedern oder Freunden übernachten dürfen. Dies kann somit zu einem guten Mittel werden, um die Schlafprobleme zu lindern. Allerdings gehst Du damit der Ursache auf den Grund, sondern beseitigst nur die Symptome.

Anhaltende Probleme: Nur der Arzt hilft 

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Kehren Schlafprobleme regelmäßig wieder und werden zu einem tatsächlichen Problem für Dich und Dein Kind, solltest Du, der Ursache auf den Grund gehen. Das kann nur ein Arzt tun. Im Vorfeld solltest Du den Schlafrhythmus genau beobachten, damit Du ausschließen kannst, dass Dein Kind zu viel am Nachmittag schläft und dann am Abend schlichtweg nicht mehr müde ist.

Eine gute Schlafumgebung für Kinder schaffen 

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Wir Erwachsene bevorzugen meist, einen völlig abgedunkelten Raum und Stille, um gut schlafen zu können. Doch gerade für Kinder kann es sinnvoll sein, wenn sie eine Umgebung vorfinden, die von diesen Idealbedingungen abweicht. So hilft beispielsweise eine gedämpfte Geräuschkulisse. Wenn Dein Kind weiterhin akustische Signale von Dir wahrnimmt, kann das beruhigend wirken. Außerdem hilft ein schwaches Nachtlicht.

So schlafen Kinder möglichst schnell wieder ein 

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Auch dieses Licht gibt dem Kind Sicherheit, da es sich mit dessen Hilfe orientieren kann. Das ist insbesondere wichtig, wenn es nachts wach wird. Dann reicht ein kurzer Augenblick, damit es sich zurechtfindet und im Idealfall gleich wieder einschlaft. Kinder sollten sich sofort geborgen fühlen, damit sie schnell wieder einschlafen können.

Um Lösungsstrategien bei anhaltenden Schlafstörungen von Kindern zu erhalten, hilft natürlich auch der Austausch mit anderen Eltern.